zuletzt geändert/erweitert am: 19.02.2000
Nützliche Tips für die Grundausstattung einer Reiseapotheke
Meine Reiseapothekenseite soll Dir bei der Zusammenstellung Deiner Reiseapotheke, sowie bei der medizinischen Vorbereitung für Deine Reise behilflich sein, sie kann fehlendes Wissen nicht ersetzten!
Die Reiseapotheke kann kein ein beratendes Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker ersetzen!
Nur in einem gutem Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker läßt sich eine sinnvolle Reiseapotheke nach Reiseziel, -zeit und -dauer zusammensetzten.
Neben der eigentlichen Reiseapotheke, gibt es noch eine spezielle
Fernreise-Apotheke.
Die Fernreiseapotheke ist auch unterīm Button "Fernreise" anzutreffen.
Um mich nicht bei jedem Medikament zu wiederholen, weise ich hier expliziet daraufhin, daß jedes Medikament ein gewisseses Gefahrenpotential in sich birgt und daher jedes Medikament mit einem Arzt oder Apotheker über Wirkung, Verträglichkeit, Neben- und Gegenwirkungen besprochen werden muß und beachte stets aufmerksam die Packungsbeilage.
Gehe beim dem Gespräch auch auf Deine Vorerkrankungen, sowie auf chronische Krankheiten ein.
Grundausstattung
Medikamente:
-
- chronische Erkrankungen:
die eigenen Medikamente nicht vergessen
- Durchfallmittel:
- Elektrolytersatzmittel
("Elotrans®" kann man auch selbst mischen).
Man läßt den Körper im Prinzip selbst mit der Durchfallursache
fertig werden und sorgt nur dafür, daß lebenswichtige Elektrolyte
vorhanden sind.
Viel Trinken, vor allem zuckerhaltige Getränke + leicht gesalzene Getränke oder Nahrungsmittel!
- Darmflora:
"Perenterol" kann zum Beispiel helfen die Darmflora wieder in Ordnung zu bringen.
- Durchfall rasch stoppen:
"Imodium" bzw. andere Mittel mit gleichem
Inhaltsstoff bekämpfen nicht die Ursache (Infektion), sondern verhinderen
nur, daß man ständig auf's Klo muß.
Daher sollte man dies Mittel nur in Betracht ziehen, um durchfallfrei zum Arzt zu kommen.
Loperamid (der Wirkstoff aus Imodium) sorgt
durch das Stoppen des Wasserverlustes und der Krämpfe für eine
Kreislaufstabilisierung. Bei unspezifischen
Durchfällen, bei denen eine ernstere Erkrankung (Salmonellose etc.)
ausgeschlossen ist, wird gerne für 2 oder 3 Tage Loperamid verschrieben.
- Kohletabletten:
Bei leichten Durchfällen helfen wahrscheinlich auch die "guten alten" Kohletabletten.
Ein "richtiges" Durchfallmittel sollte man aber beim "Versagen" der Kohletabletten dabei haben.
- Schmerzmittel:
- Wirkstoff ASS:
Die Einnahme von ASS (Acetylsalizylsäure) auf leeren Magen bei potentiellen Magenproblemen sollte man vermeiden, außerdem besteht die Gefahr einer ASS- Allergie !
- Wirkstoff Paracetamol® (keine Zäpfchen):
Dosierungsvorschriften in der Packungsbeilage unbedingt streng
einhalten, besonders bei Kindern. Keinen oder nur sehr wenig Alkohol in
der Zeit der Einnahme. Paracetamol schädigt bei Überdosierung
irreversibel die Leber. Trotzdem bei Kindern nicht verteufeln, es ist
das einzige rezeptfreie Präparat, das mit sehr wenig Risiko bei
kleineren Kindern gegen Fieber eingesetzt werden kann.
Viele "Grippesäfte" und Heißgetränke enthalten Paracetamol, deren Dosis
unbedingt zu den Paracetamoltabletten dazuaddieren, wenn man zusätzlich
noch welche nehmen muss oder will!
- Wirkstoff Ibuprofen:
In der Stärke vergleichbar mit ASS, spricht in der Regel beim Patienten gut und scheint gut verträglich zu sein.
Wirkt individuell gegen Schmerzen zum Teil viel stärker als ASS,
insbesondere bei Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen,
Zahnschmerzen.
Bei Schmerzmitteln gilt:
Auf eigene Faust nicht längere Zeit oder höher
Dosiert einnehmen. Wer eine Woche lang täglich Schmerzmittel nimmt,
gehört zum Arzt wegen der Ursache der Schmerzen und zur Kontrolle seiner
Nierenfunktion. Die drei o.g. Wirkstoffe schädigen alle mehr oder
weniger das Nierenepithel und die Magenschleimhaut, wenn sie längere
Zeit genommen werden.
- Fiebermittel:
Paracetamol ist bei Kindern das sicherste Mittel zum Fiebersenken.
Aufgrund immer neuer Entdeckungen bei den Nebenwirkungen von Paracetamol, empfiehlt es sich nach Alternativen Ausschau zu halten.
- Mittel gegen Übelkeit bzw. Reiseübelkeit (Bus, Schiff)
- Travelgum
- sea band (Akupunkturarmband)
- Vielen Trinken kann in einigen Fällen aber auch helfen.
- Kreislaufmittel:
Traubenzucker, allerdings wenig nehmen und langsam im Mund zergehen lassen.
Sollte man zuviel auf einmal nehmen droht nach einer Leistungsspitze ein entsprechendes Tief und der Kreislauf ist im Keller.
- Krampflösendes Mittel:
Mittel zum Einreiben gegen Muskelkrämpfe.
=> Vorbeugen (durch Vitamin- und Mineralstoffpräparate) ist besser als heilen!
Und viel trinken!
- Kühl- und Durchblutungsmittel
- Gegen akute Zerrungen sog. "Sportverletzungen" helfen div. Sportler-(Eis)sprays.
- Das Heparinpräparat fördert die Durchblutung.
Heparin kühlt nicht primär, es wirkt Blutergüssen entgegen, indem es den
Abtransport von ins Gewebe eingesickertem Blut verbessert. Heparin wirkt
gerinnungshemmend.
- Kühlen kann man selbstverständlich auch mit einem nassen Tuch (Verdunstungskälte) und mit Eis (falls vorhanden).
- Schneeblindheit:
Zinkaugentropfen zur Linderung von Schneeblindheit und zur Schmerzstillung Benoxinat Augentropfen nehmen.
- Erfrierungen:
Erfrierungen sind mit größter Vorsicht zu behandeln! Wer sich in Gebiete mit potentieller Erfrierungsgefahr begibt, muß sich an geeigneter Stelle kundig machen. Die vorliegenden Tips sind lediglich als Empfehlung zu verstehen und schützen einem nicht vor der Selbstverantwortung!!!
Der Grad für die Erfrierung ist für den Laien schwer abschätzbar, daher lieber bei Verdacht schon den Arzt aufsuchen.
- äußerlich z.B. Pernionin,
- innerlich z. B. Radecol
Vorsicht: Das Mittel bewirkt eine Erweiterung der Kapillaren und beinhaltet somit eine Unterkühlungsgefahr, ein Kreislaufkollaps ist dadurch ebenfalls möglich!
- rapid rewarming
Außerdem Schmerzmittel (z. B. Aspirin, macht das Blut fluessiger und erhoeht Durchblutung) nehmen und nicht vergessen danach Aloe vera Creme zu nehmen und anschließend bei 3 gradige Erfrierung steril verbinden.
Wundpflege:
-
- ein fertiges Set kaufen, und sich damit vertraut machen,
bei Unklarheiten sich z. B. in der Apotheke beraten lassen
- einen Erste-Hilfe Kurs machen (wiederholen)
z. B. beim Rote Kreuz, Malteser, Johanniter oder ASB
Dauer: 2 Samstage, Kosten: ca. 40 DM
- Wunddesinfektionsmittel z. B. Braunol oder Ysilin
Kein Jod-Mittel z. B. Polyvidon-Jod nehmen bei Verdacht auf Jod-Allergie!
Sprühpflaster eignen sich auch gut für Schürfwunden.
- Klammerpflaster (Steristrips) für Schnittwunden
Das Besondere an diesen Pflastern ist, ihre besonders feste Haftung (Klebung) auf der Haut, wo sie einige Tage bleiben können, sie werden oftmals im Gesichtsbereich zur Vermeidung von Narben eingesetzt.
Achtung:
Die Wundränder müssen glatt und sauber sein, ansonsten besteht die Gefahr von Wundtaschen (Hohlräume in denen sich Flüssigkeit, Erreger und Blut ansammeln können). Die Wunde ist unbedingt vorher zu desinfizieren, auch wenn es weh tut. Sobald es geht zum Arzt mit der Wunde, denn es kein sein, daß sie nur oberflächlich heilt und sich im Inneren ein Druck aufbaut.
- Rettungsdecke
- Handschuhe
- Atemspendemaske oder -tuch (gibt es auch als Schlüsselanhänger)
- Sam Splint (zum Schienen )
allgemein:-
- Sonnenschutz: Brille mit 100 % UV-Schutz (für Brillenträger gibt es z. B. von der Firma Uvex entsprechende Übersteckbrillen), Kopfbedeckung, Creme, Lippenstift mit höherem LS-Faktor, lange weite Hose und langärmeliges Hemd.
Für hellhäutige empfiehlt sich die Einnahme von Carotinpräparate (Apotheke) , ca. 2 Tage vor der Besonnung als Vorsorge mit der Einnahme zu beginnen.
- Mückenabwehr: Moskitonetz oder z. B. Autan®, Bonomol® Mittel mit Zedern- und Nelkenöl haben sich ebenfalls bewährt.
- Wasserfilter: Keramik-, Aktivkohle- oder Kombifilter
- Desinfektionsmittel: Chlorhaltige Präparate oder 20 min das Wasser abkochen
- Sonstiges: Kondome, Ersatzbrille, Allergiepaß und Impfausweis
© Guido Eink