zuletzt aktualisiert/erweitert am:
16.10.1999
Impfungen bei Frauen
Impfungen in der Schwangerschaft:
- unbedenkliche Impfungen:
- Polio (Lebend- und Totimpfstoff)
- Tetanus (Toxoidimpfstoff, aktiv)
- FSME (passiv)
- a) kontraindiziert:
- BCG (Lebend-Impfstoff)
- Masern (Lebend-Impfstoff)
- Mumps (Lebend-Impfstoff)
- Röteln (Lebend-Impfstof)
-
- b) keine aboslute Kontraindikation:
- Cholera (Totimpfstoff) *
- Gelbfieber (Lebend-Impfstoff) *
* Schäden wurden bislang nicht beobachtet. Bei Reisen in aktuelle Infektionsgebiete muß das Risiko abgewogen werden, evtl. ein Impfbefreiungszeugnis ausstellen lassen.
- fehlende Erfahrung bzw. relative Kontraindikation unter Risikoabwägung:
- Cholera (Lebend-Impfung) **
- Diphtherie (Totoxid-Impfstoff), Impfung vorzugsweise 2. oder 3. Schwangerschaftsdrittel
- FSME aktiv (Totimpfstoff)
- Hepatitis A (aktiv,passiv) **
- Japan-B- Encephalitis-Impfung (Totimpfstof)
- Meningitis (Totimpfstoff)
- Tollwutimpfung (präexpositionell)
- Tyhus (Lebend-Impfung) ** und Typhus (Totimpfung) **
- Grippeimpfung (Impfung von Risikogruppen möglichst ab 2. Schwangerschaftsdrittel)
Impfungen in der Stillzeit:
- alle oben genannten Impfungen können während der Stillzeit durchgeführt werden.
Bei der in Gruppe III aufgeführten mit ** markierten Impfungen bestehen noch keine ausreichenden Erfahrungen.
Malariaprophylaxe in der Schwangerschaft und Stillzeit:
- keine Chemoprophylaxe mit Mefoquin in der Schwangerschaft! wegen möglicher Fruchtschäden.
Eine Prophylaxe mit Choroquin und / oder Paludrine ist in der Schwangerschaft möglich. Eine Reise in Malariagebiete sollte jedoch nach Möglichkeit während einer Schwangerschaft vermieden werden. Wenn die Reise trotzdem durchgeführt werden muß, muß zusätzlich eine konsequente Expositionsprophylaxe erfolgen.
Eine Malaria in der Schwangerschaft stellt ein Risiko für Mutter und Kind dar!
- in der Stillzeit sollte eine Chemoprophylaxe mit Mefloquin ebenfalls unterbleiben, da Spuren in die Muttermilch übergehen.
Chloroquin wird mit 2-4% mit der Muttermilch ausgeschieden. Diese Menge reicht nicht für eine Prophylaxe des Säuglings aus. Die Kinderprophylaxe richtet sich nach dem Körpergewicht aus.
© Guido Eink