zuletzt erweitert/aktualisiert am: 16.10.1999

Informationen zu Malaria

  1. Allgemeine Empfehlungen zur Malariaprophylaxe
    • Einen 100%igen Schutz vor Malaria gibt es nicht!
    • Das Risiko wird durch Mückenschutzmaßnahmen und konsequente medikamentöse Prophylaxe gesenkt.
    • Die Wirksamkeit des Mittels wird bei Krankheit (Durchfall, Erbrechen) reduziert.
    • Malaria-Prophylaxe in homöopathischen Maßen ist wahrscheinlich unwirksam
    • ungeeignete Malaria-Prophylaxe Präparate:
      Halfan®, Chinin-, Chinidin-Präparate
    • nicht zugelassen in Deutschland:
      Camoquine®, Daraclor®, Daraprim®, Fansidar®, Fansimef® und Maloprim®.
    • neues Mittel: "Riamet" von Novartis.
      Vorteile: Neuer Wirkstoff mit erträglichen Nebenwirkungen, keine Halluzinationen oder psychische Auswirkungen, mit hoher Wiksamkeit.
  2. Mückenschutz
    • Die Anopheles Mücke überträgt Malaria und sticht, sobald es dunkel wird, andere Mückenarten stechen tagsüber und übertragen auch noch weitere Krankheiten.
    • Im Haus:
      1. Klimaanlage
      2. Mückengaze für Fenster und Türen verwenden
      3. Moskitonetze mit Deltamethrin oder Permethrin behandeln
      4. elektrische Insektizid-Verdampfer, Insektizid-haltiges Raumspray
    • Körperschutz:
      1. lange Hosen und Hemden, feste Schuhe, Moskitonetzhut
      2. chemische Mittel zur Mückenabwehr, z. B. Repellents
      3. für die unbedeckte Haut (Gesicht, Hände) z. B. DEET- oder Dimethylphthalat - haltige Mittel (Bedingt geeignet für Kleinkinder!
    • Langzeitaufenthalte:
      1. Viele chem. Mittel sind nicht für die Langzeitanwendung geeignet.
      2. Wohnstätte nicht in der Nähe von Mückenbrutplätzen (Seen, Tümpel)
      3. Wasserbehälter immer zugedeckt
  3. Verdacht auf Malaria:
    • Die Inkubationszeit (Zeit bis zum Ausbrechen der Krankheit) beträgt 9-16 Tage, in einzelnen Fällen auch schon mal ein Jahr
    • Es gibt Erreger, die sind gegen bestimmte Präparate resistent, daher gibt es auch keinen 100%igen Schutz vor Malaria, trotzdem ist der Krankheitsverlauf bei vorheriger Prophylaxe besser.
    • Verdacht auf Malaria besteht, wenn man Fieber in den Tropen bekommt oder kurze Zeit später, wenn man wieder zu Hause ist.
    • Eine sichere Diagnose geschieht per Blutuntersuchung
    • Für den äußersten Notfall abseits der Zivilisation gibt es auch Schnelltests
    • Eine nicht oder zu spät behandelte Malariaerkrankung kann tötlich verlaufen!
  4. Selbstbehandlung:
    • Eine Selbstbehandlung s. o. sollte nur im Notfall durchgeführt werden, z. B. bei hohem Fieber, wenn kein Arzt innerhalb 24 Stunden da sein kann
    • Bei einer chloroquinresistenten Malaria tropica wird vom Tropeninstitut Mefloquin (Lariam®) empfohlen
  5. Nebenwirkungen:
    • Chemopropyhalxe in der Schwangerschaft und Stillzeit
    • Die Malariamedikamente mit dem Hausarzt auf Verträglichkeit mit anderen Medikamenten abstimmen z. B. bei chronischen Erkrankungen
  6. Wechselwirkungen:
    • Chloroquin: Magen- und Darmstörungen, Sehstörungen, zentralnervöse Störungen, Herz-, Kreislaufstörungen, Hautirritationen, Haarausfall.
    • Mefloquin: Zentralnervöse Nebenwirkungen z. B. Schwindel, Herzprobleme.
      Nicht einnehmen bei: Vorerkrankungen des Nervensystems und bei Herzerkrankungen

© Guido Eink