Na ja, meistens jedenfalls. Im Stich gelassen hat mich das System, wenn auf den gelben Wegweisern neben der Straße andere Orte aufgeführt waren, als die, die ich notiert hatte. Auch bei Umleitungen ist das MAN-Systen unflexibel. Die Stärke des MAN-Systems ist auf Bundesstraßen. Die sind immer gut mit Nummern ausgeschildert. Trotzdem, so allmählich reifte in mir der Entschluss mir ein preiswertes GPS-System zuzulegen.
Im November 2004 bot Aldi einen Pocket PC mit GPS-Navigationssystem an. Ich griff zu. Das Bundle bestand aus dem Medion MD 95000 mit angebauter GPS Maus, einer Schwanenhals-Halterung fürs Auto, eine Halterung zum Anbau an einen Rohrlenker fürs Fahrrad oder Motorrad, ein Verbindungskabel zum Zigarettenanzünder im Auto und einiges mehr. Auf 4 CDs sind alle Länder Westeuropas dabei, von Skandinavien bis Spanien, von Irland bis Italien. Die Navigationssoftware ist der Medion Navigator 4.2. In den Kartenslot passen MMC oder SD-Karten, auf die die gewünschten Länderkarten aufgespielt werden. Alles zusammen gab's für 379 €. An weiterem Zubehör kaufte ich eine Displayschutzfolie, eine 512 MB SD-Karte und eine Schutztasche aus Leder. So alles in Allem habe ich dafür über 500 € ausgegeben.
Die Werbung versprach, "auspacken, einschalten und nach Hause navigieren". Das geht vielleicht mit dem Auto, mit dem Motorrad ist das nicht so einfach. Da der in den MD 95000 eingebaute Akku keine Tagestour durchhält, brauchte ich als erstes eine Steckdose/Zigarettenanzünder am Motorrad. Ich kaufte ein passendes Teil zu dem beiliegenden Kabel des MD 95000. Das Kabel verlegte ich unter dem Tank direkt zur Batterie der CB 500. Die Steckdose umwickelte ich zunächst mit so einer Plastikfolie mit stoßabsorbierenden Luftbläschen in der Folie.
Um diese Folie klebte ich Klettband. Aus einem alten Fahrradregencape bastelte ich ein Häubchen um die Öffnung der Steckdose wasserdicht zu verschließen. Das Häubchen wird mittels Klettband an der Steckdose befestigt. Diese Steckdose befestigte ich dann mittels Klettband gut wassergeschützt hinter der Halbschale auf dem Scheinwerfergehäuse. Die Befestigung dient nur zur Sicherheit. Einfach hingelegt hält die Steckdose mit Stecker auch ohne zu verrutschen. Der Stecker, der in den PDA gesteckt wird, wird mit zwei Klammern in diesem festgehalten. Trotzdem ist das eine recht
wackelige Angelegenheit. Sie hatte nicht mein vollstes Vertrauen auf dem Motorrad. Daher baute ich mir eine Vorrichtung die das Kabel direkt vorm Stecker umklammert. So kann kein Zug auf den Stecker wirken. Die ersten beiden Bilder zeigen die Steckdose mit Häubchen und mit dem Stecker hinter der Halbschalenverkleidung. Für das Foto habe ich die Scheibe abgenommen. Die nächsten zwei Bilder zeigen die Kabelhalterung an der PDA-Halterung. Einmal mit eingeklemmten Kabel und einmal mit weggeklapptem Klemmbügel, wenn der PDA nicht in der Halteung ist.
In den ersten beiden Jahren befestigte ich den PDA mit der Plastikschelle, die dabei war, am Lenker. Diese Halterung war der Aufgabe voll gewachsen. In dieser Position ist das Navigerät nur etwas tief angebracht. Man muss kurz den Kopf senken um das Display zu sehen. Dann fand ich durch Zufall ein Angebot im Internet für eine Ram-Mounthalterung zur die Befestigung des PDAs am Motorrad. Für ca. 40 € erwarb ich die Halterung. Damit konnte ich das Navigerät links von den Armaturen hinter der Verkleidung befestigen. Es reicht wenn ich die Augen kurz senke um auf das Display zu sehen. So wie auf dem Bild links sieht es aus wenn ich mit meinem Navigerät auf Tour bin.
Der MD 95000 selbst ist auch nicht wasserdicht. Das war das nächste Problem, das gelöst werden musste. Daher habe ich
eine 'Regenhaube' für meinen MD 95000 gebaut. Für die Vorderseite schnitt ich eine 10 x 7 cm große Weichplastikscheibe
zurecht. Diese Plastikscheibe schnitt ich aus der oberen Seite einer zweiteiligen Schreibtischunterlage. Die Ecken habe ich etwas abgerundet. Die Rückseite und die schmalen Seitenteile schnitt ich aus einem alten Fahrrad-Regencape. Die Regencape-Teile habe ich umgesäumt und mit doppelten Nähten zusammengenäht und dann auch mit einer doppelten Naht an die Plastikscheibe genäht. Es entstand
sozusagen eine Tasche aus wasserdichtem Regencape-Material mit einem wasserdichtem Sichtfenster genau auf dem Display. In die Rückseite habe ich einen Schlitz von unten bis zum Kugelteil der Ram-Mounthalterung geschnitten. Dieser Schlitz wird von einem breiten Regencapeteil mit Klettband verschlossen. Offen bleibt nur eine kleine Stelle um den Stift, der die Halterung des PDA mit dem Kugelgelenk der Ram-Mounthalterung verbindet. Nun konnte ich meine Regenhaube von oben über den aufgesteckten PDA schieben. Durch das untere, offene Ende der Regenhaube wird das Ladekabel zum PDA geführt. Auch diese letzte Öffnung wird mit Klettband verschlossen. Mit dieser Konstruktion kann ich sicher nicht tauchen, aber Regen kommt keiner an meinen MD 95000.
Das nächste Problem war das Display selbst. Die Angaben darauf und die Landkarte sind im Schatten, im Auto oder in der Wohnung gut zu sehen. Aber auf dem Motorrad in der Sonne ganz schlecht. Es spiegelt sehr und ist viel zu dunkel. So kam ich auf die Idee für das Display ein Käppi zu bauen, sodass es immer im Schatten ist. Aus Pappe schnitt ich zwei
Stücke von ca. 8 x 11 cm für die linke und rechte Seite und zwei Stücke von ca. 6 x 11 cm für die Schattenabdeckung oberhalb und unterhalb des Displays. Diese Pappteile beklebte ich außen mit schwarzer Klebefolie, die auch die Funktion der Scharniere zwischen den Teilen übernimmt. Mit eingearbeitet habe ich gleich Folienstreifen im oberen Bereich. Diese habe ich dann mit Klettbändern versehen. Nach hinten um den PDA geklappt und zusammen geklettet halten sie das Käppi während der Fahrt fest. Auch auf der Halterung des PDA sind Klettstreifen um das Käppi zu befestigen. Innen habe ich das Käppi mit dunklem Stoff ausgekleidet. Dadurch wird das Licht, das evtl. auf die inneren Seitenwände fällt, nicht nach unten auf das Display gespiegelt. Abgenommen kann das Käppi wie die Regenhaube ganz flach in den Tankrucksack oder das Topcase gelegt werden. Die Klettstreifen sind so groß gehalten, dass damit das Käppi auch über der Regenhaube angelegt werden kann. Die beiden Bilder vom Käppi verdeutlichen diese Konstruktion.
Erste kurze Versuchsfahrten im Winter zeigten, dass die Informationen des Displays so auch bei Sonnenschein ganz gut abzulesen sind. Diese Lösung war mir lieber als das Navigieren nach Sprachansage. Dazu müsste ich in den Helm Lautsprecher einbauen und diese mit dem MD 95000 verkabeln.
Die Antenne bleibt beim Navigieren eingeklappt. Auf dem Motorrad hat man auch mit eingeklappter Antenne immer genug Satelitten zum Navigieren. Bedient wird der MD 95000 während der Fahrt nicht. Die Touren bereite ich zu Hause auf dem PC vor und überspiele sie dann auf den PDA. Beim Tourstart wird die Tour geladen und die Navigation mit allen Einstellungen gestartet bevor z. B. die Regenhaube darüber kommt.
Der MD 95000 ist wie alle PDA ein offenes System. Es kann mehr oder weniger leicht an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse angepasst werden. Hilfe dazu holte ich mir in den zwei Foren
www.pocketnavigation.de
und www.mini4inis.com.
Ein Wunsch war die standardmäßig nicht vorhandene Trackaufzeichnung im Medion-Navigator. Trackaufzeichnung heißt, die gefahrene Strecke wird in einer Log-Datei aufgezeichnet. Nach der Fahrt kann man die Aufzeichnung auf den PC übertragen, mit einem Routenplaner bearbeiten und wieder auf den PDA als fertige Tour abspeichern. Ein kleiner Eintrag in einer .ini-Datei bescherte mir die gwünschte Log-Datei. Jede Sekunde wird ein Datensatz geschrieben mit Angaben zur genauen Position, Uhrzeit, Geschwindigkeit und einiges mehr. Die Datensätze der Log-Datei werden auf dem PC mit dem kleinen Programm TrackCon von
Tourentiger
in Datensätze umgewandelt, die der zum System gehörende Tourenplaner auf dem PC und der Medion-Navigator lesen können. Je nach den gewünscheten Einstellungen in TrackCon werden mehr oder weniger viele Routenpunkte längs der Strecke gesetzt. Danke Manfred, für dieses kleine kostenlose Programm.
F 650 CS
Natürlich stattete ich auch meinen Scarver mit dem Navigerät von Medion aus. Die CS hat bereits eine kleine Steckdose im Cockpit. Der Spannungswandler des MD95000 braucht aber eine Steckdose in der Größe wie sie auch ein Zigarettenanzünder braucht. Ich überlegte eine Weile wie ich dieses Problem am besten lösen und wie ich das Navigerät in mein Cockpit integrieren könnte. Dann besorgte alle benötigten Bauteile und machte mich an die Arbeit.
Auf dem linken Bild sieht man rechts unten den kleinen Stecker für die BMW-Steckdose. Am anderen Ende des Steckerkabels ist der Zigarettenanzünder, links davon ist der Spannungswandler von 12V auf 5V.
In den Spannungswandler steckt man den USB-Stecker, am anderen Kabelende ist der Stecker der in den PDA gesteckt wird. Die große Steckdose, der Spannungswandler und der USB-Stecker müssen auch wasserdicht verpackt werden. Ich packte alles zusammen in die Hülle eines Knirpses, die als großes, schwarzes Teil rechts oben bereits zu sehen ist. Die Knirpshülle polsterte ich innen etwas aus, dann befestigte ich die große Steckdose mit Klettband in der Hülle. Das offene Ende der Hülle wird auch mit Klettband verschlossen. Es kommen nur die beiden Kabel raus. Das eine geht zur kleinen BMW-Steckdose, das andere zum Navigerät. Die wasserdichhte Hülle mit Inhalt wird ebenfalls mit Klettband auf dem kleinen Ablagebrettchen unterhalb des Cockpits abgelegt. Auf dem rechten Bild ist das auf der linken Seite unter den beiden Cockpituhren zu sehen.
Das rechte Bild zeigt auch die PDA-Befestigung an der linken Lenkerhälfte mittels Ram-Mount-Halterungen. An den Lenker kommt die Klemme für Rohrlenker mit einer Gummikugel für die weiteren Anbauteile. Eine kurze Klemme führt nach vorne unter dem Kupplungsseilzug hindurch. An das andere Ende der kurzen Klemme kommt ein Doppelkugeladapter. An der zweiten Kugel des Adapters ist ein mittleres Zwischenstück. An dieses ist oben eine Gummikugel mit einem ovalen Anbauteil, an das die Navihalterung geschraubt ist. Die Schwingungen der Maschine werden also über 4 Gummikugeln gedämpft.
Das Navigerät ist mit dieser Halterung in dieser Position durch die Scheibe gut geschützt und dabei optimal im Blickfeld. Nur der BMW-Tacho wird teilweise verdeckt. Als Tacho verwende ich sowieso den Sigma-Tacho über dem Drehzahlmesser. Das Bild links zeigt meine Sicht auf das Cockpit mit Navi mit angelegtem Sonnenkäppi. Natürlich ist das Bild nicht während der Fahrt enstanden sondern zu Hause vor den Blumen neben unserer Einfahrt.
Das Sonnenkäppi und die Regenhaube leisten mir also auch weiterhin gute Dienste beim Navigieren.
Nach 4 Jahren sehr guter Dienste bekam der PDA Probleme. Ein Wackelkontakt an der Buchse auf der Platine verhinderte das zuverlässige Laden des Navis. Wenn ich am Kabel wackelte leuchtete das Kontrollämpchem mal und mal auch nicht. Das Display leuchtete auch immer schwächer. Trotz Sonnenkäppi war das Erkennen der gewünchten Strecke bei Sonnenschein zunehmend schwieriger geworden.
So beschloss ich mit dem Weihnachtsgeld 2008 die notleidende Wirtschaft zu stützen und kaufte mir ein neues Navi. Die Anforderungen standen ja fest: Wasserdicht, gutes Display, tourentauglich und die Zusammenarbeit mit dem PC standen ganz obenan. Ich entschied mich für den
TomTom Rider2
mit der Europakarte. An Extras kaufte ich noch die abschließbare Halterung von
Touratech dazu. Ich wollte das Navi optimal über dem Cockpit hinter der Scheibe platzieren. Dazu besorgte ich mir eine 5 mm dicke und 2 cm breite Aluschiene aus dem Baumarkt. Diese Schiene ist stabil genug um das Gewicht des Riders mit Halterung tragen zu können. Die Schiene kürzte ich und bog sie passend um das Cockpit oben herum. An den Seiten verschraubte ich sie an der Scheibenhalterung. Damit die Schiene nicht nach vorne oder hinten kippt bekam sie noch zwei Streben die oben von der Schiene hinter der Scheibe nach unten zu den beiden Schrauben oberhalb des Scheinwerfers führen. Auf dem linken Bild ist die Schiene gut zu sehen, die Streben sieht man nicht. Auf die Schiene schraubte ich eine einzelne RamMount-Kugel. Die RamMount-Halterung konnte ich also weiterverwenden. Auf dem rechten Bild sieht man das RamMount-Teil mit der abschließbaren Halterung, von der ich aber nur die Grundplatte verwende. Die Teile mit den vibrationsdämpfenden Gummipuffern benötige ich nicht, da das Navi von den Gummikugeln der RamMount-Halterung gut vor Vibrationen geschützt wird. Die RamMount-Klemme bekam ebenfalls eine abschließbare Schraube spendiert. So ist meine Halterung und das Navi ganz gut vor schnellem Diebstahl geschützt. Der winkelbare Stecker führt das Kabel von der Steckdose rechts neben dem Zündschlüssel nach rechts, ein kurzes Stück nach unten hinter die Verkleidung der CS und entlang der Schiene auf der rechten Seite hoch zum Rider2. Auf dem rechten Bild ist ein Teil des Kabelverlaufs ganz gut erkennbar - und auch das Sonnenkäppi für den Rider2. Das Sonnenkäppi verbessert das an sich nicht schlecht ablesbare Display des Navis bei Sonnenschein enorm.
Das Stromkabel vom Rider2 zum Kabelbaum oder direkt an die Batterie des Motorrades hat nur an einem Ende einen Stecker. Dieser Stecker kommt in die Bike-Dockinghalterung. Auf diese Halterung wird der Rider2 gesteckt und sie enthält auch den Spannungswandler von 12V auf 5V. In dieser Dockinghalterung ist auch eine 2A Sicherung. Die Halterung kann man aber nicht öffnen, wenn die Sicherung mal kaputt gehen sollte müsste man die Halterung zum Hersteller einschicken. An das andere Kabelende muss jeder selbst den passenden Stecker schrauben um das Navi mit Strom vom Bordnetz des Motorrades zu versorgen.
Meine CS ist mit einer Steckdose rechts vom Zündschlüssel ausgestattet. Ich besorgte mir also einen passenden Stecker und montierte ihn an das auf die passende Länge gekürzte Kabel. Da ich nicht wollte dass der Stecker so weit nach oben herausragt kaufte ich einen winkelbaren Stecker, der noch dazu in der Spitze eine Sicherung enthält. Die Steckdose selbst ist mit einer 10A Sicherung abgesichert. Sie sichert also das Navi nicht ab. Ich entfernte die originale 8A Sicherung im winkelbaren Stecker und ersetze sie durch eine 1,6A Sicherung. Diese Sicherung wird im Fall eines Defektes vor der 2A Sicherung in der Dockinghalterung kaputtgehen und damit das Navi vor Schaden schützen.
Der Stecker hat nur einen Nachteil - er ist nicht wasserdicht. Deshalb nähte ich mir wieder mal aus den Resten des Fahrradregencapes eine Regenhaube die auf dem Bild neben dem winkelbaren Stecker zu sehen ist. Die beiden offenen Enden der Regenhaube werden mit Klettband verschlossen um Regen am eindringen zu hindern.
Der Rider2 wird mit einem von Bluetooth angesteuerten Headset verkauft. Ich entschied mich aber weiterhin nur nach der Sicht auf das Display zu fahren.
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