Splitter im Indischen Ozean

Die Seychellen haben nicht nur eine zum Teil einzigartige Pflanzen- und Tierwelt zu bieten, sondern stellen mit ihren Granitinseln auch eine geologische Besonderheit dar. Normalerweise unterscheidet man zwei Entstehungsmöglichkeiten ozeanischer Inseln: sie sind entweder durch einen Vulkan entstanden, der sich aus der Wasseroberfläche empor gehoben hat, oder durch ein Korallenriff, das durch sinkenden Meeresspiegel freigelegt wurde und abstarb. Die typischsten und wohl bekanntesten Vertreter solcher Koralleninseln, die nur in den seltensten Fällen mehr als einen Meter aus der Wasseroberfläche herausragen, sind sicherlich die Malediven.

Die Granitinseln der Seychellen, deren Gipfel eine Höhe von bis zu 900 Metern erreichen, blicken jedoch auf eine ganz andere Vergangenheit zurück. Sie entstanden vor etwa 200 Millionen Jahren, als der Urkontinent namens Gondwanaland auseinanderbrach und sich die heutigen Erdteile Asien, Afrika und Südamerika abspalteten. Die dabei zurück gebliebenen  Splitter  an der Bruchstelle zwischen der afrikanischen Ostküste und dem heutigen Indien bilden die Seychellen. Größere Bruchstücke, die auf diese Art entstanden, sind Madagaskar und Sri Lanka.