Entstehung der kreolischen Sprache

Die französischen Kolonisten, die im 17. und 18. Jahrhundert Inseln im Indischen Ozean, der Karibik und bestimmte Gebiete im Süden der USA in Besitz nahmen, ließen ihre Plantagen, wie zu der Zeit üblich, von afrikanischen Sklaven bewirtschaften. Aus Angst vor möglichen Aufständen waren sie dabei bestrebt, die Kommunikation unter diesen so gering wie möglich zu halten und kauften sie deshalb aus verschiedenen Sprachregionen Afrikas. Um den Anweisungen ihrer Herren folgen zu können, waren die Sklaven gezwungen Französisch zu lernen, wodurch sich eine Reihe von Dialekten und Mischsprachen bildete, die sich im Laufe der Zeit einander anglichen.

So entwickelte sich nach und nach die kreolische Sprache, deren Grundlage französisch blieb, die aber einer eigenen Grammatik folgte und ihre eigene Aussprache hatte. Weltweit wird kreolisch heute von etwa 10 Millionen Menschen gesprochen, die auf den Seychellen, Mauritius und La Réunion, auf Haiti, Martinique, Guadeloupe und Marie Galante sowie in den Südstaaten der USA leben. Zwar können sich die Kreolen der einzelnen Gebiete untereinander verständigen, doch aufgrund der eigenständigen Sprachentwicklungen haben manche Wörter in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Bedeutungen.

Nachdem Kreolisch lange Zeit als französischer Dialekt abgetan wurde, wird es mittlerweile als eigene Sprachfamilie anerkannt, deren Grammatik allerdings bis heute nicht restlos erforscht ist.