Die Hauptinsel

Seit 1971 auf Mahé der internationale Flughafen errichtet und damit der moderne Tourismus eingeläutet wurde, ist diese Insel zum Anlaufpunkt aller Seychellenreisenden geworden. Wer Mahé jedoch nur als Zwischenstation nutzt, um sich von hier aus auf eine der anderen Islands übersetzen zu lassen, dem entgeht die wohl abwechslungsreichste der Seychelleninseln. Hier sind unberührte Traumstrände ebenso zu finden, wie das "Wassersportzentrum" am Beau Vallon Bay, an dem Aktivurlauber mit Wasserski, Windsurfen und Paragliding gelockt werden. Hier befindet sich der ursprüngliche Regenwald im Morne Seychellois Nationalpark neben ausgedehnten Teeplantagen, wechseln sich kleine Wellblechhütten mit prächtigen Kolonialbauten ab.


Hauptstadt der Insel ist Victoria, auch wenn sie mit ihren 30.000 Einwohnern nach europäischen Maßstäben eher ein Provinznest ist, das gegen 18.00 Uhr, wenn die Sonne untergeht und nach der kaum vorhandenen Dämmerung die Nacht hereinbricht, wie ausgestorben wirkt. Trotzdem findet man hier tagsüber alles, was man zum Leben auf den Seychellen benötigt. Banken, Geschäfte, eine Post, Souvenirläden und Museen gruppieren sich rings um das erste Zentrum der Stadt, dem L’ Horloge, einer gewöhnungsbedürftigen Kopie des Londoner Big Bens, die inzwischen zum Inselwahrzeichen geworden ist. Tropische Früchte, Gemüse und frisch gefangenen Fisch findet man im zweiten Zentrum, dem alten Markt im Norden der Stadt.


Hier in Victoria befindet sich auch der zentrale Busbahnhof, von dem aus sternförmig diverse Buslinien die gesamte Insel befahren. Da sich Mahé mit seinen 27 km Länge und maximal 8 km Breite eher bescheiden ausnimmt, ist so auch der entfernteste Strand bequem und gleichzeitig preisgünstig zu erreichen, da man für jede Fahrt, egal wo man ein- oder aussteigt, 3 Rupis - umgerechnet etwa 1 DM - bezahlt.

Ein weiteres beliebtes Fortbewegungsmittel der Mahé-Touristen ist der Mini Moke, eine Spezialanfertigung auf Basis des Austin Mini, der von den meisten Autovermietern für etwa 120 DM pro Tag angeboten wird. Es sei allerdings darauf hingewiesen, daß der Linksverkehr, der auf der Insel herrscht, und die engen, in Küstennähe teilweise unmittelbar in die steilen Abhänge gebauten, Straßen nichts für ängstliche oder unsichere Fahrer sind.


Für welche Verkehrsmittel man sich auch entscheiden mag, Mahé bietet auf jeden Fall eine ganze Reihe von sehenswerten Zielen, denen man einige Tagesausflüge gönnen sollte.
Der Botanische Garten in Victoria etwa bietet einen guten Überblick über die heimische Pflanzenwelt, ebenso wie der Gewürzgarten Le Jardin du Roi, der auf eine interessante Geschichte zurückblickt.

Südlich des Flughafens findet man im "Vilaz Artizanal" eine Gruppe naturgetreu wiedererrichteter kreolischer Holzhäuser und nicht weit entfernt davon die Modellschiff-Fabrik "La Marine". Schnorchler wird es sicherlich in den Port Launay Marine National Park im Nordwesten Mahés oder den Sainte Anne Marine National Park, der 20 Bootsminuten vor Victoria liegt, ziehen, die beide trotz des Korallensterbens noch immer eine bunte Fischwelt zu bieten haben.


Wenn die Schönheiten Mahés in ausreichendem Maße gewürdigt sind, bieten sich natürlich auch Tagesausflüge auf die umliegenden Inseln an, die von seefesten Urlaubern per Schiff angefahren werden können oder schneller und bequemer mit Flugzeug oder Hubschrauber. So dauert der Flug von Mahé nach Praslin in einer der zwanzigsitzigen Propellermaschinen von Air Seychelles etwa 15 Minuten und kostet ca. 130 DM hin und zurück, während man mit der Fähre von Victoria aus knapp 4 Stunden unterwegs ist.
Um wirklich die ganze Insel mit all ihren Sehenswürdigkeiten zu erkunden, sollte man sich mindestens eine Woche Zeit nehmen. Ebenso viel Zeit dürfte es in Anspruch nehmen, an jedem der zum Teil sehr unterschiedlichen Strände einmal gebadet zu haben. Erst wenn man sich vor Augen führt, daß Mahé auf den meisten Weltkarten nur einen kaum sichtbaren Punkt inmitten des Indischen Ozeans bildet, wird einem bewußt, was dies wirklich bedeutet.