Urlaub auf den Seychellen

Waren die Seychellen als Urlaubsziel vor einigen Jahren noch den Wohlhabenden und Besserverdienern vorbehalten, so sind sie durch massive Preisverfälle heute auch für den Otto-Normalverdiener interessant geworden. Wer den Mut aufbringt, seinen Urlaub frühestens zwei Wochen vor Abflug zu buchen, der findet bei unzähligen Last-Minute-Anbietern interessante Angebote, die um so günstiger werden, je näher der Abflugtag rückt. Zwei Wochen Halbpension in einem Mittelklassehotel sind so inklusive Flug für etwa 2.000 DM zu haben. Impfungen sind bei einer Einreise aus Deutschland nicht nötig.

Die Lebenshaltungskosten sind in etwa mit denen in Deutschland vergleichbar, liegen zum Teil aber auch darüber, vor allem bei importierten Gütern. Für ein gutes, kreolisches Abendessen sollte man mindestens 25 DM einrechnen, die Literflasche Mineralwasser kostet etwa 3 DM und Kokosnüsse - die sind umsonst, wenn man sich die Mühe macht, die heruntergefallenen Früchte selbst zu öffnen, was zwar etwas schweißtreibend ist, aber dafür schmeckt das Kokosfleisch dann um so besser. Kosten, die auf jeden Fall auf jeden Urlauber zukommen, sind die 40 US Dollar Flughafengebühr, die vor der Ausreise zu entrichten sind.


Der Tausch von Bargeld, sowie Reiseschecks und sogar Euroschecks ist in allen Banken, sowie Wechselstuben und Hotels problemlos möglich, die gängigen Kreditkarten werden in praktisch allen Hotels sowie größeren Restaurants, Geschäften und bei Autoverleihern akzeptiert.
Was Diebstahl und Kriminalität angeht, kann man sich auf den Seychellen relativ sicher fühlen, auch wenn man die ausgetretenen Pfade verläßt und auf eigene Faust versucht, das Hinterland zu erforschen. Es wird jedoch immer wieder vor Diebstählen an den Stränden gewarnt, denn hier verstecken sich Taschendiebe gern im Unterholz und warten darauf, dass unbesonnene Urlauber ihre Wertgegenstände unbeaufsichtigt lassen, wenn sie zum Schwimmen oder Schnorcheln gehen.


Beim Thema Kleidung braucht man sich aufgrund des ganzjährig warmen Klimas auf den Seychellen nicht viele Gedanken zu machen. In den Restaurants und Bars ist es abends nicht gestatten, nicht in Strandkleidung zu erscheinen und es wird erwartet, daß Männer eine lange Hose tragen. Ansonsten gilt: je leichter und luftiger die Kleidung, um so besser. An den meisten Stränden tolerieren die Einheimischen das Oben-ohne-Baden von Frauen, während FKK-Baden eher auf Ablehnung stößt.

Unbedingt ratsam ist die Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor - je höher, desto besser. Selbst wenn die Sonne hinter einer dichten Wolkendecke verborgen ist, ist ihre hautschädigende Strahlung noch immer um ein Vielfaches höher, als bei uns zu Hause und die Gefahr, sich einen Sonnenbrand zu hohlen, groß. Wer etwas tiefer in die Tasche greift und Sonnencreme nach "australischem Standard" mit einem Schutzfaktor von 30 oder höher kauft, wird die Investition nicht bereuen.


Die Seychellen sind ein Urlaubsland für Menschen, die abschalten und entspannen, die Energie tanken wollen und sich an der Schönheit und Einmaligkeit der Inseln erfreuen. Wer kulturelle Sensationen, abwechslungsreiche Abendunterhaltung oder tägliche, bunte Animation erwartet, ist hier falsch. Es gibt zwar ein paar Discotheken, die am Wochenende aus allen Nähten platzen, und ein paar Bands, die von Hotel zu Hotel ziehen, aber mit den Ferienparadiesen am Mittelmeer können die Seychellen nicht konkurrieren - zum Glück.
Hier folgt das Leben einem anderen Rhythmus, die Uhren scheinen langsamer zu laufen und wenn man das Glück hat, sich diesem Rhythmus anzupassen und ihn in seinen Alltag zu retten, auch wenn dies nur ein paar Tage gelingen mag, dann war die Zeit auf den Seychellen nicht vergebens. Empört man sich jedoch auch nach zwei Wochen Urlaub noch über die unerschütterliche Behäbigkeit des Hotelpersonals, dann sollte die nächste Reise vielleicht doch lieber wieder nach Mallorca führen.