Aktueller Stand : 01.02.01

Biographie von Lenny Wolf & Kingdom Come

 

1988 lagen der Gruppe Kingdom Come aufgrund ihrer Single

" Get It On " noch vor der Veröffentlichung ihres Longplayers, über 300000

Bestellungen vor. Eine starke Leistung, wenn man bedenkt, daß es sich

dabei um ein Debütalbum handelte.

Lenny war vor Kingdom Come bei diversen Szenebands.

Anfang der 80ér Jahre zog er ins " Mekka der Rockmusik " nach Los Angeles.

Dort enstand die Gruppe Stone Fury mit der er 2 anprechende Scheiben

einspielte.

Der große Erfolg kam 1987 mit Gründung von Kingdom Come.

Das Debütalbum wurde von Bob Rock ( Bon Jovi, Metallica ) produziert.

1,3 Millionen CD´s in einem Jahr wurden verkauft.

Der Rest ist Geschichte.

 

 

Info von Heiko Radke-Sieb

1993 erhielt ich das Angebot, auf dem mit
“Bad Image” betitelten vierten Album von
Kingdom Come
zu spielen. Diese US-Rockband
um Sänger Lenny Wolf hatte wenige Jahre zuvor
mit ihrem von Bob Rock (Bon Jovi, Aerosmith,
Metallica) und Lenny produzierten Debüt-Album
den weltweiten Durchbruch geschafft.

Auf ihren ersten drei Alben, die mehrere
millionenmal verkauft wurden, spielen Musiker
wie der Gitarrist Blues Saraceno (später bei
Poison - “Every Rose Has Its Thorn”), sowie
die Schlagzeuger Carmine Appice (einst bei
Vanilla Fudge, Ozzy Osbourne und Ted Nugent)
und James Kottak (heute bei den Scorpions).
Später spielten noch Gitarristen wie Galen Walker,
Angi Schiliro und Markus Deml bei Kingdom Come.

Die Aufnahmen fanden im “Chateau du Pape”-
Studio in Hamburg statt, und ich spielte einige
Leadgitarren ein, darunter die Soli von “Mad Queen”
und “Can’t Resist”.

#

Unbedingt lesen !!!

 

Kingdom Come - Biographie  ( Kopie von der offiziellen KC Page )

Nachdem Lenny Wolf im Jahre 1988 bei Derek Shulman von Polygram Records in New York einen Vertrag unterschrieben hatte, wurden er und sein Manager Marty Wolff (weder verwandt noch verschwägert) gebeten, eine neue Band zusammenzustellen. Die Musiker, die sie für die neue Formation auswählten, waren: James Kottak am Schlagzeug, Danny Stag an der Leadgitarre, Rick Steier an der Rhythmusgitarre und Johnny B. Frank am Bass. (für weitere Informationen siehe "Lenny Wolf Biographie").

Ein besonders wichtiges Ereignis war der Moment, als Lenny mit Bob Rock bekanntgemacht wurde, der für seine Arbeiten u.a. mit Bon Jovi, Aerosmith, Loverboy und Metallica berühmt ist. "Die Zusammenarbeit mit Bob war eine der positivsten Erfahrungen, die ich während meiner Karriere machen durfte. Da Bob selbst Musiker ist, weiß er einfach am besten, wie man aus einer Band das Optimum herausholt.. Wir hatten die gleichen Vorstellungen, wie der Sound sein sollte. Und auch die Tatsache, dass wir in einem großartigen Studio (´Little Mountain` in Vancouver, Kanada) arbeiten konnten, war sicherlich einer der Gründe für den großen Erfolg der ersten Scheibe", erklärt Lenny.

Nach Beendigung der Arbeiten am Album flogen Bob und Lenny nach New York, um das Album im ´Electric Ladyland Studio`, das früher einmal Jimmy Hendrix gehört hatte, zu mischen. Während der Mix-Session an ´Get It On` kam John Kallodner, rein äußerlich ein Abbild von John Lennon und einer der Rock-Gurus der amerikanischen Musikszenerie, vorbei, um Hallo zu sagen. Ihm gefiel der Song, und er bat darum, eine Kassettenaufnahme mitnehmen zu dürfen. So weit es bekannt wurde, landete das Tape schließlich bei einer Radiostation in Detroit, die den Song spielte, ohne dass jemand aus der Band oder gar von Polygram Records davon etwas mitbekam. Auch wenn es nur schwer zu glauben ist, doch weitere Radiostationen begannen plötzlich, den Song über den Äther zu schicken, obwohl das Album noch gar nicht veröffentlicht war. Das amerikanische Szene-Magazin ´Album Network` berichtete über eine mysteriöse Band, welche die Telefondrähte der Detroiter Rocksender heißlaufen ließen. Urplötzlich, und nur wenige Wochen später, spielten sämtliche Rockstationen Amerikas das Stück ´Get It On`. Kingdom Come erreichten Goldstatus, noch ehe das Label oder die Band selbst überhaupt in der Lage waren, über die Wahl einer ersten Single zu diskutieren.

Kingdom Come tourten in ganz Europa, und eröffneten die Show einer englischen Band namens Magnum, während die Erfolgsmeldungen aus Amerika von Minute zu Minute aufregender wurden. Der Zeitpunkt konnte für Kingdom Come also gar nicht besser sein, um auf das Billing der ´Monsters Of Rock`(USA) - Tour aufzuspringen und mit Größen wie Van Halen, Scorpions, Metallica und Dokken zu spielen. "Außer der Tatsache, dass ich bereits um zwei Uhr nachmittags singen musste, war dies die großartigste Zeit meines Lebens. Schon merkwürdig, dass mich ein Auftritt vor 200 Leuten in einem Club mehr zum Schwitzen bringt, als eine Show vor 80.000 Rockheads im ´Meadowlands Stadion` von New Jersey", wundert sich Lenny. Im Anschluss an die ´Monsters Of Rock`-Tournee setzten Kingdom Come ihre Amerikareise für zwei weitere Monate mit den Scorpions fort.

Durch den unerwarteten Erfolg stieg allerdings auch der Druck auf die Musiker. Die Band erfreute sich einer großen Aufmerksamkeit seitens der Presse, war auf zahlreichen Titelbildern zu sehen, und registrierte die Vergleiche mit Led Zeppelin eigentlich nur am Rande. Doch nach einem verhängnisvollen Kommentar von Danny Stag wendete sich das Blatt plötzlich ins Gegenteil. Nach Monaten ununterbrochener Vergleiche mit Led Zeppelin wuchs bei den Musikern der Unwille, immer die gleichen diesbezüglichen Fragen zu beantworten. Während eines Besuches in einem Stehrestaurant machte Danny in seiner typisch humorigen Art die Bemerkung zu Lenny und Johnny: "Wer ist eigentlich Jimmy Page?" Einige Schreiber überhörten absichtlich die Ironie seines Kommentars, und begannen eine negative Berichterstattung über Kingdom Come, mit der Grundaussage, dass die Musiker der Gruppe noch niemals etwas von Led Zeppelin gehört hätten.

Um zu beweisen, dass Kingdom Come keine Alltagsfliegen sind, ging die Band sofort wieder zurück ins Studio und arbeitete dort mit Keith Olson (berühmt für seine Zusammenarbeit mit Whitesnake, Fleetwood Mac und Cheap Trick) am neuen Longplayer. Im Jahre 1989 wurde das zweite Album ´In Your Face` veröffentlicht. Kingdom Come starteten erneut auf groß angelegte Tour mit Bon Jovi in Japan und Black Sabbath bzw. Warrant in Amerika. Doch der Erfolg hat nun einmal seinen Preis: Aufgrund des öffentlichen Drucks, der auf den Musikern lastete, sowie der immensen Erwartungen, die es wohl nur im Musikbusiness derart rigoros gibt, fiel die original Besetzung, inklusive des Bandmanagements, anschließend auseinander.

Doch damit begann lediglich ein weiteres Kapitel für Lenny Wolfs Kingdom Come. Der Split der Band veranlasste ihn, fortan alle Belange in die eigenen Hände zu nehmen - und er stellte sich dieser Herausforderung mit seinem typischen Enthusiasmus. Nach einer kurzen Phase der Leitung und Unterstützung von Seiten Stephan Galfas wurde Lenny mit Nigel Thomas bekanntgemacht, der von nun an das Management der Band übernahm. Lenny wiederum begann jenes Material zu komponieren, das schließlich auf Kingdom Come´s drittem Album ´Hands Of Time` landete, und übernahm auch die volle Verantwortung für die gesamte Produktion. Im Anschluss an die Veröffentlichung von ´Hands Of Time` pendelte Lenny regelmäßig zwischen Los Angeles und Hamburg hin und her, und kam durch seinen langjährigen Freund Gerd Krombholz in Kontakt zu WEA Deutschland. Die Verbindung gipfelte in einen weltweiten Plattenvertrag mit der WEA, so dass 1993 das Album ´Bad Image` in Hamburg und Los Angeles aufgenommen wurde, wiederum mit Lenny als Alleinverantwortlicher für alle wichtigen Entscheidungen. Nach einer langen und frustrierenden Periode voller geschäftlicher Auseinandersetzungen, die schließlich mit dem tragischen Tod von Kingdom Come´s Manager Nigel Thomas endete, wechselte die Band 1994 von der WEA zu Viceroy, einem kleinen aber überaus engagierten Label, das seinen Sitz in der Nähe von Nürnberg hatte. Die Band, die mittlerweile komplett aus deutschen Musiker bestand, begann sofort die Arbeiten an ihrem nächsten Album ´Twilight Cruiser`, das 1996 veröffentlicht wurde. Unmittelbar vor dem Ende der ´Twilight Cruiser`-Tour entschieden sich Lenny und sein Label Viceroy in letzter Minute, eine Show in Basel, Schweiz aufzuzeichnen. Das Resultat war die Doppel-CD ´Live And Unplugged`.

Von nun an wurden Kingdom Come von Jim Lewis, einem früheren A & R Mann bei Polygram zu Zeiten des Albums ´Hands Of Time`, gemanagt. In dieser Phase blies Kingdom Come allerdings aufgrund der sich permanent und blitzschnell verändernden US Musikindustrie, und speziell auch wegen des damals florierenden Seattle Grunge Sounds, ein rauher Wind ins Gesicht.

Doch Lenny begann erneut, Songs zu schreiben. Er war nicht bereit, sich selbst zu verkaufen oder auf irgendwelche kurzlebigen Trends aufzuspringen. Er behielt die musikalischen Trademarks bei, für die Kingdom Come in all den Jahren bekannt war. Auf der Suche nach einem geeigneten Drummer erinnerte er sich an eine phantastische Band namens Mother´s Finest, deren Schlagzeuger Dion Murdock war. Lenny rief ihn an und Dion kam direkt auf die Reeperbahn, Hamburgs berühmter Rotlichtmeile. Lenny erinnert sich: "Ich hatte ihn seit sieben Jahren nicht mehr spielen gesehen, und deshalb keine Ahnung, ob er überhaupt noch in Form war, oder ob er nicht seine Fähigkeit zu trommeln mittlerweile eingebüßt hatte. Doch mein Instinkt gab mir Recht." Dions allererster Satz bei der Ankunft war: "Hey Mann, lass uns mit der Arbeit anfangen!" Magische Worte eines Mannes mit Visionen. ´Master Seven` wurde Wirklichkeit und kam 1997 in die Plattenläden.

Ihre gemeinsame Leidenschaft für Corvette Automobile war die Grundlage für den Beginn der Freundschaft zwischen Lenny Wolf und Luca Maric, seinem "partner in crime" in den folgenden Jahren. Auf Drängen zahlreicher Freunde wuchs die Idee in Lenny, ein sehr persönliches Album in seiner deutschen Heimatsprache aufzunehmen. Ohne dabei die Welt verändern zu wollen, sondern einfach nur um seine Vorstellungen von gradliniger, Gitarren orientierter Rockmusik mit einem Querverweis an seine alten Vorbilder AC/DC umzusetzen, wurde das Album ein rauhes Statement mit deutschen Texten. Es war schon ziemlich aufregend, Lenny während seiner Kingdom Come Tour im Gefolge von Deep Purple, die im Sommer 1999 stattfand, gleichzeitig deutsch und englisch singen zu hören. Es kann auch nicht alles falsch gewesen sein, denn immerhin kümmert sich jetzt, nachdem er die Band bei einem Auftritt in Berlin gesehen hat, niemand Geringeres als der berühmte Manager David Krebs, der auch schon für die Belange von Aerosmith, Scorpions, Ted Nugent und Lennys großem Idol Bon Scott zuständig war, um Kingdom Come.

Nachdem Lenny auch die deutschsprachige Hürde mühelos genommen hat, konzentriert er sich nun auf das neue Kingdom Come Album ´Too`, das im Oktober 2000 über Eagle Rock Records (England) veröffentlicht wird. Es handelt sich dabei um ein kraftvolles und leidenschaftliches musikalisches Statement, mit intensiven persönlichen aber auch ganz allgemeinen Gefühlen. Dieses ist eine Musik, die man nicht beschreiben kann - man muss sie einfach hören!
Am besten um 2 Uhr morgends auf einer Landstrasse, mit dem Volumen-Regler auf 11!

 

 

 

In Lenny´s Worten...

Geboren wurde ich am 11. März, 1962 in Hamburg, Deutschland. Am Tage meiner Geburt ereilte die Stadt eine katastrophale Überschwemmung. Meine Geburt war wohl zuviel für die Stadt (Sorry).

Nachdem niemand mehr ein Auge auf mich werfen wollte (konnte) und ich dadurch von Schule zu Schule gerreicht wurde, endete ich schliesslich in einem Internat für "verhaltensgestörte" Kinder im Alter von 14 Jahren. Das Gute daran (aus heutiger Sicht) war, das mein Bedürfnis die Gitarre zu spielen von den Erziehern letztendlich unterstützt wurde. Wohl nicht zuletzt um mich ruhig zu stellen. Mein erstes Instrument war übrigens das Akkordion, welches ich im Alter von 13 Jahren spielte. Nachdem ich dann die Beatles für mich endeckte, wurde mein Leben von nur noch einer Vision geleitet.

Eine Band zusammenstellen und auf nach England. Wenn möglich in Liverpool anfangen.

Durch einen meiner Lehrer wurde ich auf ein Musikbuch aufmerksam: das "Beatles - complete", durch das ich mir sämtliche Gitarrengriffe aneignete. Seitdem stellte sich so etwas wie innerer Frieden bei mir ein.
Nach den zwangsläufigen Geschirrspülmaßnahmen, verwandelte ich die Abwaschküche (mit freundlicher Genehmigung der Heimleitung) in meinen Übungsraum. Umgeben von Töpfen, Pfannen und einem unglaublich grossem Doppelspülbecken plazierte ich meinen kleinen VOX - Verstärker für die Gitarre und das Mikrophon. Ein Kumpel und ebenfalls "verhaltensgestörter - Mitzögling" versuchte sich am Tamborine und zeitweilig an den Bongos mit Ringo Starr Ambitionen. Wir versuchten viele Wochen den Song "She loves you" von den Beatles nachzuspielen, entschieden uns dann jedoch sehr baldig eigene Songs zu kreieren.

Es dauerte viele Jahre bis ich mich anderen Bands, deren Name nicht mit einem "B" begann, wie die Beatles, öffnete. Plötzlich wurde ich durch Freunde an Bands wie AC/DC und Led Zeppelin herangeführt, für die ich mich immer mehr begeisterte, besonders nach Anschaffung meines ersten Autos (Opel Rekord 1900), dessen Musikanlage teurer war als das Auto selbst. Ich verbrachte viel Zeit mit Hobby-Musikern, die meinem Bedürfnis öfter und länger zu proben selten gerecht wurden. Wohl einer der Gründe für die ewige Suche nach Musikern, die mehr wollten als auf Hochzeiten zu spielen. Dadurch lernte ich zwar viel in Bezug auf das Schreiben von Songs, konnte jedoch aufgrund der häufigen Bandwechsel nur sehr wenig Bühnenerfahrung sammeln.

Nach Erfüllung der Schulpflicht begann ich eine Kellnerlehre (Frag´ nicht warum). Unglücklicherweise ist mir bei dem Flambieren von Sauerkirschen der Sinn für die richtige Menge von Kirschgeist (Alkohol) abhanden gekommen. Dadurch setzte ich den von der Decke hängenden, dekorativen Adler in Brand. Danach verbot man mir, bis auf weiteres, das Essen am Tisch zu flambieren. Die Folge war ausbleibendes Trinkgeld - ich ging.
Mein Überlebenskampf führte zu "lukrativen" Jobs wie: Marktschreier, LKW-Fahrer und Schlepper für Waschmaschinen und Kühlschränke und Telephonverkäufer von orientalischen Teppichen. Nachdem ich nur 1 Teppich in 2 Monaten verkauft hatte, ging ich erneut. Ich endete als Türsteher für den Rockclub "Stairway" (not to heaven), der einem guten Freund gehörte.
Die folgenden Jahre verbrachte ich zwischen dem Bunker (Übungsraum) und meiner damaligen Lieblingskneipe dem "Golem", in Hamburgs Flowerpower - Strasse, dem Schulterblatt. Dort gab es den besten Vanillie-Tee mit Kandis,besonders guten Keksen und Kleinigkeiten zu Essen bei Kerzenlicht. Optimal zur Stimmband-Beruhigung. Traurigerweise verliert das Multi-Kulti Schulterblatt immer mehr Charme durch die immer häufiger anzutreffenden armen Seelen, die sich den Drogen verschworen haben und einen deprimierenden Schatten hinterlassen. Zu jener Zeit bedeuteten mir Discos oder Ausgehen herzlich wenig. Mich zog es immer in den Bunker, wo ich Gitarre spielen und singen konnte, so oft und so laut ich wollte.

Meine letzte Band in Deutschland hieß "Funhouse", deren Einflüsse sich zwischen Rolling Stones und AC/DC bewegten, allerdings mit eigenen Songs. Am Schlagzeug saß Fritz Ahrens, Mitbegründer von "Pirate Style" (meine erste geile Lederklamotte), heute verheiratet mit der entzückenden Kim Wempe (Tochter der bekannten Schmuckhändlerfamilie Wempe). Der Gitarrist Norbert Pape (Gründer des Top Ten Studios "Chateau du Pape", in Deutschland), handelte unter anderem mit alten Röhrenmikrophonen. Sein in Los Angeles lebender Geschäftspartner überreichte ein Demo-tape mit Funhouse Songs an Marty Wolff und dem ehemaligem A&R-Man von Electra Records, Roy Thomas Baker. Beide kamen nach Hamburg, um uns zu "beäugen". Wochen vergingen und nichts geschah. Unerwarteterweise rief Marty bei meiner Mutter an und fragte nach mir. Bisher sang ich zwar immer in englicher Sprache, doch wusste ich nie was ich da eigentlich erzähle. Soviel zum Stand meiner damaligen Englisch-Kenntnisse. Fürchterlich aufgeregt verstand ich jedoch eines sehr gut:

-Me on plane going America - !!!


Zwei Wochen später saß ich im Flugzeug. California ruft - Juhu ! (1983)
Marty muss wohl teilweise wahnsinnig geworden sein, bei den Versuchen sich mir mit Händen und Füssen verständlich zu machen (nochmals danke, Marty).
Die ersten Wochen lebte ich mit seiner liebenswürdigen Familie in seinem Haus. Er stellte mir einen Gitarristen und Songschreiber vor, Bruce Gowdy. Marty arrangierte die Aufnahme von zwei Songs, produziert von Andy Johns. Anschliessend flog ich zurück nach Hamburg und starrte auf´s Telephon. Hunderttausend Fingernägel später erreichte mich das Ticket für den Rückflug nach Amerika. Marty wurde mein Manager. Mehrere Plattenfirmen zeigten grosses Interesse für die zwei Songs, was Marty, Bruce und mich dazu veranlasste, ein grosses Freuden-Getrampel auf dem Bett vom Mayflower Hotel in New York zu veranstalten. Nicht wissend was eigentlich los war, erlebten wir etwas, das Jimi Hendrix "Purple Haze" nannte. Marty entschied sich für MCA Records L.A. Wir gründeten "Stone Fury", eine gut bezahlte Lehre.

Die Band bestand eigentlich nur aus Bruce und mir, sowie einigen bezahlten Musikern. Zu guter letzt saß ein ambitionierter und guter Drummer hinter den Toms, Randy Costillo, der uns allerdings schon nach kurzer Zeit wieder verließ, um das wesentlich lukrativere Angebot von Ozzy Osbourne wahrzunehmen (No bad feelings).
Nachdem Stone Fury 3 oder 4 Scheiben verkaufte, kündigte uns MCA den Vertrag. In den folgenden Monaten lernte ich die Bedeutung von - "glauben" - kennen.
Ich verkroch mich in meinem Appartment und schrieb einen Song nach dem anderen, mit dem "Mighty old man" wachend über mir. Zu Gesicht bekam ich lediglich meinen mich fütternden Manager (Familie) und weibliche Auserwählte zur mentalen Unterstützung.
Das Ergebnis waren etliche 4-Spur Demos, die ein sehr professionelles Ohr bedurften um das Gute in Ihnen zu erkennen.
Marty ging von Plattenfirma zu Plattenfirma, doch Amerika lehnte ab. Neue Hoffnung gab uns Derek Shulman (A&R Polygram Records, New York), der vor einigen Jahren selbst Sänger in der erfolgreichen Band "Gentle Giant" war. Er erkannte das Potential und gab mir einen Vertrag. Derek bat mich eine Band zusammenzustellen und machte mich mit Bob Rock bekannt, mit dem ich die erste Scheibe produzierte.

1987 - meinTraum wird Wirklichkeit - Kingdom Come !!!

Ist es Schicksal, Glück, gutes Timing, harte Arbeit, ist es Gottes Wille oder eine Kombination aus allem ??? Wie dem auch sei, ich lernte dankbar zu sein, und möchte all meinen Fans danken, die sich mit mir durch die Musik verbunden fühlen.